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17.06.2013
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in Baden-Württemberg
Zecken
Zecken lassen sich nicht wie oft behauptet von Bäumen auf ihre Opfer herabfallen. Sie leben unter Laub, im hohen Gras und im Unterholz. Dort werden sie von vorbeikommenden Warmblütern abgestreift. Hat eine Zecke einmal ein Opfer gefunden, krabbelt sie erst eine Weile darauf herum, bis sie eine geeignete Stichstelle gefunden hat. Wo die Haut weich und dünn ist, etwa in Achselhöhlen oder Kniekehlen, sticht sie schließlich zu. Dabei kann die Zecke Bakterien oder Viren übertragen. Gefährliche Krankheiten sind die Folge. Umso wichtiger erscheint es, so viel wie möglich über Zecken, die Krankheiten, die sie übertragen und wie man sich vor ihnen schützen kann, zu wissen.
Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung und kann daher vor allem im frühen Stadium gut mit Antibiotika behandelt werden. Häufig tritt als erstes Anzeichen einer Infektion mit Borrelien eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle auf. Diese so genannte Wanderröte ist sehr typisch — wer sie beobachtet sollte sofort zum Arzt gehen. Leider tritt dieses Symptom jedoch nicht immer auf. Die rechtzeitige Diagnose stellt daher das eigentliche Problem bei der Borreliose dar.
Anders bei der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME): Diese Viruserkrankung ist nicht behandelbar. Ist sie einmal ausgebrochen, können Ärzte lediglich versuchen, eine Verschlimmerung der Symptome zu verhindern. Es gibt jedoch eine Impfung, die vor einer Infektion mit FSME Viren schützt.Die FSME beginnt oft mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und kann daher leicht mit einer Grippe verwechselt werden. Nach Abklingen dieser ersten grippeartigen Symptome kann die Infektion bereits überstanden sein. Es ist jedoch auch möglich, dass das Virus das zentrale Nervensystem befällt und zu Hirnhaut-, Gehirn-, Nervenwurzel- oder Rückenmarksentzündungen führt. Während eine Hirnhautentzündung meist folgenlos nach etwa zehn Tagen wieder abklingt, kann es bei den anderen, schwereren Verlaufsformen der FSME zu bleibenden Schäden kommen, etwa zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen an Armen und Beinen oder gar zu Atemlähmungen. In zwei Prozent der Fälle können Patienten an einer FSME auch sterben.
Zecken kommen weltweit vor. Borrelien können sie in ganz Deutschland mit ihrem Stich übertragen. Das FSME-Virus dagegen enthalten sie nicht überall. In Deutschland sind besonders die Zecken in Bayern und Baden-Württemberg infiziert, aber auch in Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz oder Thüringen gibt es gefährliche Gebiete. Auch außerhalb Deutschlands ist Vorsicht geboten. Teile Österreichs, Ungarns, Polens und vieler anderer osteuropäischer Staaten zählen zu den Risikogebieten.
Gefährdet sind in den Endemiegebieten nicht nur Förster oder Jäger, wie viele Menschen meinen, sondern alle Menschen, die sich viel in der freien Natur aufhalten, auch beim Wandern oder Pilze sammeln, beim Golfen oder sogar bei der Gartenarbeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich 90 Prozent aller an einer FSME erkrankten Personen während der Freizeit infiziert haben.
