„Auch wenn es uns nicht gelingen wird, solche Vorfälle gänzlich auszuschließen müssen wir doch alles in unserer Macht stehende tun, um das Risiko und mögliche Folgen eines Amoklaufes an einer unserer Schulen zu minimieren“, so Landrat Hans-Werner Köblitz in der jüngsten Kreistagssitzung. „Dies gilt für präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt ebenso wie für die Optimierung von Verhaltensregeln und technischen Einrichtungen. Wir sind es den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften schuldig, auch hier stets auf dem neuesten Stand zu sein “.
Um die Handlungssicherheit im Krisenfall an Schulen zu erhöhen, hatte die Landesregierung bereits am 27. Juni 2006 die Verwaltungsvorschrift über das Verhalten an Schulen bei Gewaltvorfällen und Schadensereignissen erlassen. Sogenannte Krisenpläne liegen den Schulträgern seither vor und wurden weiterentwickelt.
Ein gutes und gewaltfreies Klima wirkt nach Auffassung der Ersten Landesbeamtin Dr. Claudia Stöckle deeskalierend und fördert den Lernerfolg. „Die Entwicklung des Selbstbewusstseins bei Schülern muss gestärkt werden“, betont sie. Deshalb seien Angebote wie Schulsozialarbeit, Jugendberufshilfe und die Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf so wichtig. „Hier engagieren wir uns seit Jahren – mit gutem Erfolg“.
Ungemach droht jedoch auch von einer völlig anderen Seite: der unbefugte Zugang zu Waffen. Dieses Thema beschäftigt seit dem Amoklauf die Waffenbehörde im Landratsamt. Sie erstellte im März ein Merkblatt „Sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition“, das den örtlichen Schützenvereinen übermittelt und auf der Homepage der Landkreisverwaltung eingestellt wurde.
In der Zeit von Juli bis Oktober 2009 wurden alle 2856 beim Landratsamt registrierten Waffenbesitzer angeschrieben, um ihre Art der Aufbewahrung von Waffen und Munition nachzuweisen. 2693 Waffenbesitzer (94%) haben sich zur Aufbewahrung geäußert. Konkrete Überprüfungen werden folgen.
Um auch Besitzern nicht registrierter Waffen eine straffreie Abgabe zu ermöglichen, wurde ein „Tag der Waffenabgabe“ veranstaltet. Von 102 abgegebenen Waffen waren 36 nicht registriert.
Erfreuliche Resonanz verzeichnete auch der Aufruf, nicht mehr genutzte Waffen im Landratsamt zu Vernichtung abzugeben. Davon machten seit dem 11. März 2009 525 Waffenbesitzer Gebrauch, die mehr als 1000 Waffen und rund 1000 kg Munition abgaben.


