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Landschaft Welle
31.01.2019

»Zeit seines Berufslebens Interessen des Forstbereichs vertreten«

Bernhard Hanisch ist ein Forstmann durch und durch – nun wurde der Leiter der Abteilung Waldwirtschaft und staatlicher Holzverkauf des Landratsamts Calw in den Ruhestand verabschiedet

Nach rund 28 Jahren im Landkreis Calw, fast die Hälfte davon im Dienste des Kreisforstamts, geht Bernhard Hanisch (63), Leiter der Abteilung Waldwirtschaft und staatlicher Holzverkauf des Landratsamts Calw, zum 1. Februar 2019 in den Ruhestand.

Im Rahmen seiner Verabschiedung im Landratsamt Calw erhielt er die von Forstminister Peter Hauk MdL unterzeichnete Entlassungsurkunde aus den Händen von Ministerialrat Felix Reining, Geschäftsführer Finanzen und Controlling Forst BW, und Landrat Helmut Riegger.

Riegger dankte Hanisch für sein langjähriges Engagement für den Landkreis Calw. „Dafür gilt Ihnen großer Respekt und Anerkennung!“, so der Kreischef. Wie er hervorhob, verantwortete Hanisch direkt nach seinem Wechsel zum Kreis im Jahr 2005 die erfolgreiche Zusammenlegung der ehemals sechs Forstämter zu der seither im Landratsamt angesiedelten Kreisforstverwaltung. Im weiteren Verlauf erzielte der leitende Forstbeamte stets sehr gute Betriebsergebnisse im Staats- sowie Kommunalwald und pflegte den engen Austausch mit Privatwaldbesitzern und Jägerschaft. Besonderen Einsatz zeigte Hanisch auch bei der Weiterentwicklung von Unfallverhütung und Gesundheitsmanagement für Waldarbeiter sowie bei der Gestaltung der forstlichen Beiträge auf den Gartenschauen in Nagold und Bad Herrenalb.

Reining stellte heraus, dass es sich bei dieser Verabschiedung für ihn gewissermaßen um eine Familienangelegenheit handle, da sein Vater aufgrund der früheren Tätigkeit als Forstamtsleiter in Breisach am Rhein Hanisch's erster Chef während dessen Forstreferendariat gewesen sei und er den angehenden Ruheständler somit quasi schon seit seiner Kindheit kenne. „Umso mehr freue ich mich, Herrn Hanisch den Dank für die immer sehr angenehme und hervorragende Zusammenarbeit sowie die besten Wünsche für den neuen Lebensabschnitt seitens der Landesforstverwaltung überbringen zu dürfen", betonte Reining. Nicht unerwähnt ließ er dabei Hanisch's Verdienste im Zuge seiner Nebentätigkeiten wie beispielsweise seinen Lehrauftrag für Waldbau an der Universität Hohenheim oder sein Mitwirken in diversen forstlichen Gremien bundesweit, in die er seine große Kompetenz und Sachkunde einbrachte. „Herr Hanisch hat alle Themen abgedeckt, die im forstlichen Bereich anfallen und Zeit seines Berufslebens die Interessen des Forstbereichs vertreten“, fasste Reining zusammen.

Reinhold Rau, Dezernent für Land- und Forstwirtschaft sowie Verbraucherschutz im Landratsamt Calw, berichtete, dass er seinen scheidenden Mitarbeiter neben dessen fachlicher Expertise vor allem aufgrund der immer offenen Zusammenarbeit sowie des stets sehr respektvollen Umgangs miteinander geschätzt habe.

„Sie können mit Stolz auf das zurückblicken, was sie geleistet haben – Sie haben sich den Ruhestand wirklich verdient", schloss Riegger und wünschte Hanisch für die Zukunft alles Gute und eine stabile Gesundheit.

Da Hanisch auch in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne mit Holz arbeitet und in seinem Hobbyraum drechselt und schreinert, erhielt er als Ergänzung seiner Werkstattausstattung zum Abschied vom Landratsamt einen sogenannten Konturentaster. Mit dessen Hilfe kann er künftig Konturen und Profile von Gegenständen ganz einfach abnehmen und auf seinen bevorzugten Werkstoff übertragen.
Hanisch selbst betonte, dass ihm der Abschied nicht leicht falle. „Ich bin sehr dankbar, dass der Forst damals so toll im Landratsamt aufgenommen wurde und kann behaupten, dass ich mich hier immer ernst genommen und wohlgefühlt habe. Ich hatte eine tolle Mannschaft, der ich gerne auch weiter bei Bedarf Rat gebe, ansonsten werde ich mich aber nicht mehr in den forstlichen Bereich einbringen“, gab Hanisch bekannt. Auch auf das Jagen wolle er künftig verzichten, um einen klaren Schnitt zu erreichen und sich in seinem neuen Lebensabschnitt vielleicht etwas ganz anderes aufzubauen. Allerdings sei er hier derzeit noch in der Findungsphase.

Berufliche Vita Dr. Bernhard Hanisch:

Nach dem Studium der Forstwissenschaften an der Universität Freiburg inklusive Promotion und Absolvierung des Forstreferendariats beim staatlichen Forstamt in Breisach am Rhein war Bernhard Hanisch fünf Jahre lang für das Aufgabengebiet Waldbau und Jagd in der Forstdirektion Karlsruhe zuständig. Gleichzeitig war er zum Kernforschungszentrum Karlsruhe abgeordnet, wo er im Rahmen des Projekts „Europäisches Forschungszentrum für Maßnahmen der Luftreinhaltung“ für die Waldsterbensforschung im Land Baden-Württemberg zuständig war. Zum 1. August 1990 wechselte er dann als stellvertretender Leiter zum staatlichen Forstamt nach Nagold.

Zwanzig Monate später wurde ihm die Leitung des staatlichen Forstamts Nagold, der ebenfalls in Nagold ansässigen Staatsklenge Baden-Württemberg sowie der Landespflanzenschule übertragen.

Im Jahr 2003 folgte Hanisch's Ernennung zum Forstdirektor. Zwei Jahre später wurde er im Rahmen der Verwaltungsreform zum Landkreis Calw versetzt, für den Hanisch seither als leitender Fachbeamter im forstlichen Bereich tätig war.