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Landschaft Welle
15.05.2019

»Ortszeit« zeigt kreatives Potential auf

Kunstausstellung im Landratsamt eröffnet

Wieder einmal ist „Ortszeit“: Zum zwölften Mal fand der vom Pforzheimer Kulturrat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Kulturregion Nordschwarzwald veranstaltete Kunstwettbewerb statt, der dieses Mal unter dem Thema „Figur und Raum“ stand. Mit über 100 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region war die Teilnehmerzahl erfreulich hoch. Schließlich wurden von der Jury 49 Kunstwerke aus den Bereichen Malerei, Plastik und Fotografie ausgewählt, die nun im Landratsamt Calw gezeigt werden.

Landrat Helmut Riegger begrüßte am 8. Mai 2019 die zahlreichen Gäste der Ausstellungseröffnung und betonte, dass es im Nordschwarzwald eine sehr lebendige Kunstszene mit großem kreativem Potential gibt, die auch zur Attraktivität der Region beitrage. Der Zusammenschluss der drei Landkreise Calw, Freudenstadt, des Enzkreises und der Stadt Pforzheim zur Kulturregion Nordschwarzwald sei sinnvoll und wichtig, damit Kunst und Kultur noch besser wahrgenommen und vermarktet werden könnten. Bei der anschließenden Papierfiguren-Performance der Puppenspielerin Myrjam Rossbach mit Szenen aus „Nathan der Weise“ wurde eindrucksvoll veranschaulicht, wie wandlungsfähig ein bloßes Stück Papier sein kann.

Die Kuratorin Tanja Solombrino führte in die Ausstellung ein. Die Künstlerinnen und Künstler mussten sich mit einem grundlegenden Thema der Kunst auseinander setzen: dem Verhältnis von Figur und Raum. Die künstlerisch qualitätsvollen Arbeiten der Wanderausstellung zeigen das breite Spektrum dieser Figur-Raum-Interpretationen.

Die Arbeiten der Preisträger Nastassia Atrakhovich mit den Fotografien „Kind im Treppenhaus“, Dinah Günther mit den Gemälden „Schellenkönig“ und Bernd Hennig mit den Wandplastiken „Monument für einen kleinen König“ präsentieren hierbei stellvertretend die Vielschichtigkeit des Themas „Figur und Raum“.

Die Schau zeigt ganz verschiedene, originelle Zugänge zum Thema. Tamara Gross modelliert in ihrem Aquarell „Lebenswege“ mit sicherem, schnellem Pinselstrich die Licht- und Schattenbereiche des Innenraums eines öffentlichen Gebäudes. Mithilfe des einfachsten bildnerischen Mittels, der Linie, schafft Ulrich Seibt in seinen Arbeiten Raum in einer Kombination von Tuschelinien und eingenähtem Zwirn. Muriel Shah findet mit ihren „moods“-Arbeiten einen individuellen Umgang mit dem Ortszeit-Thema auf quadratischen Zigarillo-Schachteln. Für eine Plastik aus Drahtgeflecht hat sich Regine Martin entschieden. Ihre sitzende Figur mit ihrem ausgreifenden Körpervolumen bezieht den Raum gestalterisch mit ein.

Die musikalische Gestaltung des Abends lag in den Händen des Gitarrenensembles der Musikschule Calw, dessen drei junge Damen mit einem reichhaltigen Spektrum an Klängen und Rhythmen überzeugten.

Die Ausstellung kann noch bis zum 28. Juni 2019 zu den üblichen Öffnungszeiten (Mo-Mi 8-17 Uhr, Do 8-18.30 Uhr, Fr 8-12 Uhr) im Foyer Haus A des Landratsamts Calw besichtigt werden.