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Landschaft Welle
06.03.2019

Drohne unterstützt künftig Feuerwehren im Kreis Calw

Einen Einsatzort aus der Luft zu beobachten, kann die Arbeit von Rettungs- und Einsatzkräften deutlich erleichtern. Deshalb setzen mittlerweile immer mehr Hilfsorganisationen auf Drohnen. Seit kurzem steht auch den Feuerwehren im Landkreis Calw eine Drohne zur Verfügung.

Die Kreisverwaltung hat im Rahmen des Bevölkerungsschutzes einen sogenannten „Gerätesatz Lufterkundung“ angeschafft. Das zugehörige Equipment umfasst eine Drohne mit zwei separaten Bildschirmen, auf welche die Live-Aufnahmen der Drohne in Echtzeit übertragen werden, sowie eine Arbeitsplatzausstattung für die Einsatzkräfte mit Wetterschutzpavillon, Tisch, Stühlen und Beleuchtung.

Wie Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide im Rahmen eines Pressetermins zur Vorstellung der neuen Errungenschaft vor dem Feuerwehr-Gerätehaus in Althengstett erläuterte, kann die Drohne dank Klarsicht-, Wärmebild- und Nachtsichtkamera die Arbeit der Einsatzkräfte in vielerlei Hinsicht unterstützen und ihnen einen enormen Zeitvorteil bei der Lageerkundung verschaffen.

So können beispielsweise bei der Brandbekämpfung mit Hilfe der innerhalb kürzester Zeit einsatzbereiten Drohne nähere Informationen zu Brandherd, Oberflächentemperaturen und Glutnestern gewonnen werden. Mit einer Übertragungsreichweite von rund zwei Kilometern agiert die Drohne dabei sehr nah am Geschehen, ohne dass sich die Einsatzkräfte selbst in die Gefahrenzone begeben müssen. Auch bei der Personensuche im schwierigen Gelände stellt die Drohne eine große Unterstützung für die Einsatzkräfte dar.

Der Gerätesatz Lufterkundung wird von den vier Freiwilligen Feuerwehren im Gemeindeverwaltungsverband Althengstett (Althengstett, Gechingen, Ostelsheim und Simmozheim) verwaltet und ist im Gerätehaus der Feuerwehr Althengstett stationiert. Bei Bedarf kann er von allen Feuerwehren im Landkreis Calw angefordert werden.

Für die Bedienung der Drohne und die Auswertung ihrer Daten im Einsatz sind zwei bis drei Personen erforderlich. Diese müssen dabei nicht nur mit der Handhabung der Drohne vertraut sein, sondern auch über umfangreiche Kenntnisse des Luftfahrtrechts verfügen. Vor diesem Hintergrund wurden zwischenzeitlich bereits 20 Mitglieder der genannten Feuerwehren entsprechend geschult.

Die Kosten für die Anschaffung des Ausrüstungssatzes und die erforderliche Schulung der Drohnenpiloten in Höhe von 14.000 Euro werden vom Landkreis Calw getragen.