Direkt zu:
Landschaft Welle
03.06.2019

Forstaufsichtlicher Hinweis zur Borkenkäferbekämpfung nach § 68 (1) Landeswaldgesetz (LWaldG) an die privaten Waldbesitzer im Landkreis Calw

Im Privatwald im Bereich des Landkreises Calw ist an zahlreichen Orten mit Fichten-Tannen-Beständen Befall durch rindenbrütende Borkenkäfer festzustellen (Buchdrucker und Kupferstecher an der Fichte, sowie Krummzähniger und Kleiner Tannenborkenkäfer an der Weißtanne). Durch das warme und trockene Wetter im Sommer 2018 konnte sich der Borkenkäfer sehr stark vermehren. Wegen dieser extremen Dürre entwickelten sich drei Generationen des Borkenkäfers und konnten erfolgreich überwintern. Der Schwarmflug hat nun aufgrund der warmen Witterung eingesetzt und es muss mit dem Befall stehender und gesunder Bäume gerechnet werden.

Das Landratsamt Calw weist darauf hin, dass nach den Bestimmungen des Landeswaldgesetzes und des Pflanzenschutzgesetzes alle Waldbesitzer verpflichtet sind, zur Abwehr von Waldschäden, insbesondere zur Vermeidung der Ausbreitung rindenbrütender Borkenkäfer folgende Maßnahmen durchzuführen:

  • Kontrolle der Wälder auf Schäden durch Sturm oder Schneebruch

Aufarbeitung und ggf. Entseuchung von umgestürzten und angeschobenen Bäumen auch wenn noch kein Borkenkäferbefall erkennbar ist.

  • Laufende flächendeckende Kontrolle des Waldes und Borkenkäferbefall

Befallsmerkmale sind: Bohrmehlauswurf, Harzfluss, Spechteinhiebe, Nadelverfärbung, Dürreschäden im Kronenbereich, Abfallen von Rindenstücken bei noch grüner Baumkrone.

  • Umgehende Aufarbeitung befallener Bäume

  • Entzug bruttauglichen Materials (z.B. Stamm- und Kronenreste) aus dem Wald
  • Entseuchung der befallenen Bäume

Im Larvenstadium der Insekten (weißes Stadium) sind die Käferbäume zu entrinden. Die Brut vertrocknet rasch, eine Insektizidanwendung ist nicht erforderlich.

Sofern sich die Brut bereits im Jungkäferstadium (braune Käfer) befindet, ist eines der folgenden Entseuchungsverfahren notwendig:

  • Sofortige Abfuhr des Käferholzes aus dem Wald.

  • Entrindung und die Rinde samt Brut verbrennen.
  • Befallene Gipfel, Äste und Reisig verbrennen oder häckseln
  • (Vorsicht Waldbrandgefahr!  Feuer sind vorab bei der Ortspolizeibehörde anzuzeigen!
  • Allseitige, tropfnasse Spritzung berindeter Hölzer mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (nur mit vorhandenem Sachkundenachweis Pflanzenschutz)

Die örtlichen Revierförster beraten gerne in Fragen der Aufarbeitungstechnik und der Holzaushaltung. Das Landratsamt verkauft nur Holz, dessen Aushaltung zuvor entsprechend abgestimmt wurde.

Zur Ausführung dieser Maßnahmen setzt das Landratsamt Calw gemäß § 68 Abs. 1 LWaldG eine

 

Frist bis spätestens 22. Juni 2019.

Dieser Hinweis ersetzt alle Einzelmitteilungen. Bei Nichtbeachtung dieses Hinweises ergeht im Einzelfall eine Forstaufsichtliche Anordnung. Diese kann bei Nichtbeachtung mit einem Bußgeld geahndet werden.

Von planmäßigen Hieben wird aufgrund der aktuellen Holzmarktlage abgeraten. Bereits abgestorbene Käferbäume bei denen die Rinde bereits abgefallen ist können stehen gelassen werden wenn sie nicht im Bereich von Wegen oder Straßen stehen. Der Käfer ist bereits ausgeflogen und der Baum stellt keine Käfergefahr mehr dar. Aufarbeitungs- und Vermarktungskapazitäten sollten auf die akut befallen Bäume konzentriert werden.      

Bei Rückfragen stehen die örtlichen Revierförster oder das Landratsamt Calw, Abteilung Waldwirtschaft unter 07051 160-681 gerne zur Verfügung.