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Landschaft Welle
24.03.2021

Landkreis Calw will Modellregion für die Öffnung von Hotellerie, Gastronomie und Tourismus werden

Stufenplan für Öffnungen beim Ministerium für Soziales und Integration eingereicht

Der Landkreis Calw bewirbt sich in Kooperation mit dem DEHOGA Kreisverband für ein Modell-projekt zur Erprobung der stufenweisen Öffnung von Hotellerie, Gastronomie und Tourismus beim Sozialministerium. Ausdrücklich unterstützt wird das Projekt von allen kreisangehörigen Kommunen, die im Vorfeld in die Planungen einbezogen wurden.

Grundlage hierfür ist der Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 22. März 2021. Hiernach können die Länder in einigen Regionen im Rahmen von Modellprojekten einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens unter strengen Voraussetzungen öffnen. Das Tübinger Modell zur Öffnung des Einzelhandels ist insofern in aller Munde.

Der Landkreis Calw hat nun unter Berücksichtigung struktureller Besonderheiten der Region einen eigenen modellhaften Stufenplan entwickelt: In einer ersten Stufe soll in den drei Städten Bad Teinach-Zavelstein, Bad Wildbad und Bad Herrenalb unter Einhaltung eines strengen Testkonzepts zunächst die kontaktarme Hotellerie (einschließlich Ferienwohnungen) geöffnet werden.

Gegenstand des Modellprojektes in der ersten Stufe sollen folgende Elemente sein:

-          flächendeckende Bürgertestungen in den ausgewählten Städten und Gemeinden;

-          verpflichtende regelmäßige Testungen der Mitarbeiterschaft der beteiligten Betriebe;

-          regelmäßig wiederholte Testungen der Gäste und durchgängig negative Testergebnisse als Voraussetzung der Beherbergung;

-          IT-gestützte Prozesse zur Kontaktnachverfolgung durch Nutzung von SORMAS, luca-App etc.;

-          IT-gestützte Prozesse zum Testnachweis für Gäste und Bevölkerung;

-          Umsetzung strenger und qualitätsgesicherter Hygienekonzepte als Teilnahmevoraussetzung eines Betriebs;

-          eine enge Rückkopplung und Begleitung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst;

-          eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch das Mannheimer Institut für Public Health (Monitoring).

Die Erprobung an wenigen Standorten im Landkreis ermöglicht neben Testungen auch die Berücksichtigung weiterer Einflüsse auf die epidemische Lage. Dadurch können die Erfolgsfaktoren der Modelle bewertet und die Übertragbarkeit gesteigert werden.

„Die Menschen und die Tourismusbranche brauchen in dieser außerordentlich schwierigen Zeit eine Perspektive, die der Landkreis gemeinsam mit dem Land für eine Schlüsselbranche der gesamten Region aufzeigen möchten. Als Landkreis mit enormem Waldanteil und Natur können wir viele Angebote im naturnahen Tourismus vorweisen. Mit diesem Modellprojekt wollen wir die stufenweise Öffnung von Hotellerie, Gastronomie und Tourismus erproben und so wissenschaftlich fundierte Grundlage für weiter Öffnungsszenarien schaffen“, so Landrat Helmut Riegger.

Abhängig vom Erfolg der ersten Stufe des Modells soll in Absprache mit der wissenschaftlichen Begleitung und dem Landesgesundheitsamt über den Eintritt in weitere Stufen entschieden werden.

Mögliche weitere Stufen sind:

-          Ausdehnen der Öffnungen auf sonstige touristische Angebote in den Modellgemeinden;

-          Ausdehnen der Öffnungen auf die Gastronomie in den Modellgemeinden;

-          räumliche Ausweitung der ersten Stufe auf das Gebiet beider Landkreise.

Jede Ausweitung des Modells wäre an strenge Voraussetzungen, insbesondere hinsichtlich der Testungen und der Hygienekonzepte, geknüpft.