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Landschaft Welle
03.09.2019

Photovoltaik-Netzwerk motiviert Unternehmen zur Anschaffung von Solarstromanlagen

Zeitdruck durch drohenden 52-Gigawatt-Deckel / Infoveranstaltung am 7. November im Landratsamt Calw

Das Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald möchte enger mit den Unternehmen im Landkreis Calw zusammenarbeiten, um auf den Dächern und den Betriebsgeländen der Firmen zeitnah mehr Solarstromanlagen auf den Weg zu bringen.

Hintergrund ist das im Laufe des kommenden Jahres erwartete Erreichen des 52-Gigawatt-Deckels für die Solarförderung. Wenn die installierte Leistung aller nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderten Photovoltaik-Anlagen diese Marke erreicht, endet nach dem derzeitigen EEG die Einspeisevergütung für alle Neuanlagen bis 750 Kilowatt.

„Unternehmen, die kleine und mittlere Solarstromanlagen unter 750 Kilowatt Leistung installieren wollen, stehen also unter einem gewissen Zeitdruck“, beschreibt Monika Falkenthal, Geschäftsführerin der Gemeinschaft der Energieberater im Landkreis Calw e.V., eine der Herausforderungen für die Unternehmen. „Deshalb wollen die Energieexperten des Photovoltaik-Netzwerks Nordschwarzwald nach der Sommerpause bei der Umsetzung möglichst vieler gewerblicher Solaranlagen unterstützen“, hebt Falkenthal hervor.

Wie zahlreiche andere Initiativen, Organisationen und Verbände bundesweit setzt sich auch das Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald dafür ein, den 52-Gigawatt-Deckel aus dem EEG zu streichen. Eine politische Entscheidung hierzu steht aber bisher noch aus.

Aktuell sind in Deutschland bereits rund 47,95 Gigawatt nach dem EEG installiert. Fachleute prognostizieren, dass noch bis zum Beginn des zweiten Quartals 2020 eine Förderung für den eingespeisten Solarstrom zu erhalten ist. „Deshalb sollten sich die Unternehmen jetzt sehr zügig mit dieser für den Klimaschutz so wichtigen Investitionen beschäftigen“, so Elias Weigel, Klimaschutzmanager des Landkreises Calw.

Da die Preise für Solarmodule in den letzten Jahren kontinuierlich und deutlich gesunken sind, amortisiert sich deren Anschaffung bereits nach wenigen Jahren. Weil in Gewerbebetrieben meist tagsüber gearbeitet wird, lässt sich der produzierte Solarstrom zusätzlich direkt nutzen. Das Einsparpotential ist beachtlich und wird mit steigenden Strompreisen immer größer. Batteriespeicher und Elektrofahrzeuge können hierbei eine vorteilhafte Ergänzung sein.

Ein weiterer Vorteil von Photovoltaik-Anlagen auf Unternehmensgebäuden ist die verbrauchsnahe Erzeugung. Wird der Strom beispielsweise an sonnigen Sonntagen nicht direkt im Unternehmen verbraucht, so kann dieser jedoch im nahegelegenen Industriegebiet genutzt werden. Das bedeutet, dass Solarstromanlagen auf Unternehmensdächern und -geländen auch sehr netzverträglich sind.

Das Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald hofft, dass sich viele Unternehmen im Landkreis Calw an die Solarstrom-Installateure in ihrer Nähe wenden, um im nächsten Halbjahr eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Das Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald steht den Unternehmern hierbei gern unterstützend und vermittelnd zur Seite.

Am 7. November 2019 ab 19 Uhr bietet das Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald eine Informationsveranstaltung zum Thema im großen Sitzungssaal (Raum C 400) des Landratsamts Calw an. Fachleute werden aus der Praxis über diverse Betreibermodelle der Photovoltaik informieren, auf rechtliche sowie steuerrechtliche Rahmenbedingungen eingehen und Best-Practice-Beispiele von Gewerbetreibenden aus der Region vorstellen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Erste grundlegende Informationen zum Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg und allen regionalen Akteuren und Fachpartnern sowie Informationen zum Erwerb und Betrieb von Solaranlagen sind im Internet unter www.photovoltaik-bw.de zu finden.

Eine Kontaktaufnahme zum Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald ist über Monika Falkenthal unter der Telefonnummer 07051 9686100 bzw. per E-Mail an falkenthal@energieberatung-calw.de möglich.