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Landschaft Welle
31.03.2021

Rechtzeitiges Handeln kann Borkenkäfergefahr eindämmen

Schnee und Regen haben in den Wintermonaten im Wald für Entspannung gesorgt. Durch Niederschlag gewinnen Bäume an Vitalität und Abwehrkraft gegenüber Schädlingen, wie beispielsweise Borkenkäfern.

„Das allein reicht nicht aus, um das zerstörerische Wirken der kleinen Insekten zu verhindern“, so Jörg Ziegler, der Leiter der unteren Forstbehörde im Landratsamt Calw.  „Vielmehr müssen wir die Wälder auf Schadholz durch Schneebruch und Windwurf kontrollieren.“ Wenn die Käfer bei steigenden Temperaturen aus der Winterstarre erwachen, suchen sie vom Schnee oder Sturm abgebrochene Baumteile oder Gipfel sowie liegendes oder angeschobenes Holz, um ihre Brut darin anlegen zu können. „So startet das zerstörerische Werk der Insektenarmee. Darum ist es gerade jetzt von großer Bedeutung, diesen Brutraum durch Aufarbeitung aus dem Wald zu schaffen. Bei der rasanten Entwicklung der Borkenkäfer von bis zu drei Generationen ist das Eindämmen der ersten Generation für die Jahresentwicklung von enormer Bedeutung“, betont der Forstexperte.

Ein einziges Borkenkäferweibchen kann, zusammen mit seinen Nachkommen, im Laufe eines Jahres bis zu 100.000 gefräßige Borkenkäfer hervorbringen. Um die Entwicklungswelle abzuflachen, bringt entschlossenes Handeln zum Jahresanfang die größte Wirkung. „Ein übersehener Käferbaum der ersten Generation kann zu 20 absterbenden Bäumen der zweiten und 400 Bäumen Schadholz in der dritten Generation im Laufe eines Jahres führen“, rechnet Ziegler vor.

Daher ist es nun besonders wichtig, neben dem Schadholz auch Überwinterungsbäume aufzuspüren und diese samt Käfer unschädlich zu machen. „Bäume ohne Rinde sind eher eine kosmetische Angelegenheit. Da sie für die Borkenkäfervermehrung untauglich sind, können sie auch als Totholz im Wald belassen werden“ fügt Ziegler an. Die Aufarbeitung von Schadholz und eine eventuell notwendig werdende Aufforstung kann vom Land gefördert werden.

Fragen der Waldbewirtschaftung und des Holzverkaufs beantworten die Revierförster -innen gerne auch Privatwaldbesitzern. Selbstverständlich steht ebenfalls die Abteilung Forstbetrieb und Jagd im Landratsamt Calw unter 07051 160-681 zur Verfügung.