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Liegenschaftskataster

Was ist das Liegenschaftskataster?

Das Liegenschaftskataster ist das einzige flächendeckende Verzeichnis aller Flurstücke in Baden-Württemberg. Es dient insbesondere der Sicherung des Grundeigentums, dem Grundstücksverkehr, der Besteuerung sowie der Ordnung von Grund und Boden und ist Grundlage für weitere raumbezogene Informationssysteme. Für die Führung des Liegenschaftskataster im Landkreis Calw ist die Abteilung Vermessung des Landratsamts Calw als Untere Vermessungsbehörde zuständig. Im Liegenschaftskataster sind die rund 170.000 Flurstücke des Landkreises Calw mit ihrer Form, Größe, örtlichen Lage und Nutzung verzeichnet und beschrieben. Auch die über 90.000 Gebäude sind dargestellt.

Das Liegenschaftskataster wird heute in Form eines Geobasisinformationssystems geführt. Seine digitalen Informationen werden zentral in einer landesweiten Datenbank vorgehalten und sind Grundlage für viele Fachinformationssysteme anderer Behörden, wie z.B. Leitungskataster, Biotopkataster oder Baulandkataster.

Wozu dient das Liegenschaftskataster?

Grund und Boden sind in unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Für viele Investitionen, die mit Grund und Boden zusammenhängen, ist das Liegenschaftskataster mit seinen Daten eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Ein geordneter Grundstücksverkehr wäre ohne das Liegenschaftskataster nicht denkbar. Durch die zeichnerische Darstellung der Liegenschaften sind Rechte und Belastungen daran eindeutig zuordenbar. Das Liegenschaftskataster ist deshalb das "amtliche Verzeichnis der Grundstücke nach der Grundbuchordnung".

Mit den Unterlagen des Liegenschaftskatasters können Fachleute jederzeit überprüfen, ob ein vorhandenes Grenzzeichen den rechtlich gültigen Verlauf der Grenze markiert. Fehlende Grenzzeichen können wiederhergestellt werden. Grenzstreitigkeiten und Prozesse um den richtigen Grenzverlauf sind in Baden-Württemberg daher trotz enger Parzellierung und hoher Bodenwerte selten. Auch für die Nachvollziehbarkeit der Flurstücksentwicklung sind die Unterlagen des Liegenschaftskatasters von entscheidender Bedeutung.   

Neues Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem ALKIS eingeführt

Bisher wurden die Geobasisdaten in Baden-Württemberg in zwei getrennten Datenbanken, der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) und dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) geführt. Mit der Umstellung, im Oktober 2012, werden die Daten des Liegenschaftskatasters im bundeseinheitlichen Amtlichen Liegenschaftskataster Information System (ALKIS) zusammengeführt. Die Umstellung war erforderlich um vor dem Hintergrund sich schnell entwickelnder Technologien und gewachsener Anforderungen seitens der Anwender ein zukunftsfähiges Datenmodell zur Verfügung stellen zu können. Dies führt zu höherer Datenzuverlässigkeit und langfristig zu schnelleren Bearbeitungszeiten bei der Übernahme von Vermessungen, da nur noch ein System fortzuführen ist.

Die neue Software eröffnet sowohl gewerblichen wie auch privaten Nutzern einen vereinfachten Zugang zu Geoinformationen. Durch die bundeseinheitliche Datenstruktur ergeben sich auch Vorteile bei landesgrenzübergreifenden Vorhaben, beispielsweise bei der Planung und dem Bau von Straßen, Brücken oder sonstigen Projekten.

Die Umstellung betrifft Grundstückseigentümer oder Bürger, die einen „Auszug aus dem Liegenschaftskataster“ benötigen oder auf einen Fortführungsnachweis zur Eintragung ins Grundbuch warten. Auch Architekten, Vermessungsbüros, Energieversorger, Städte und Gemeinden müssen sich auf die Änderungen einstellen, ihre Daten werden nunmehr in ALKIS geführt.

Dank verbesserter Software können inzwischen Vermessungsanträge jeglicher Art schnell und zuverlässig erledigt werden.

Zukünftige Überführung in ein neues Koordinatensystem (ETRS89/UTM )

Europa, Deutschland: Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) hat 1991 beschlossen, das Europäische Terrestrische Referenzsystem 1989 (ETRS89) als neues deutschlandweites Bezugssystem einzuführen. Zur Abbildung in die Ebene wurde 1995 die Universale Transversale Mercator-Projektion (UTM) festgelegt. Im Rahmen dieser Beschlüsse verpflichteten sich alle deutschen Vermessungsverwaltungen, das neue Koordinatenreferenzsystem einzuführen.

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg hat sich die Vermessungsverwaltung zum Ziel gesetzt, die Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters (ALKIS) und der Landesvermessung (ATKIS, AFIS) bis Ende 2017 in das europaweite Bezugssystem ETRS89 mit der Abbildung UTM zu überführen. Mit der Überführung des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM wird gleichzeitig eine weitest gehende Beseitigung/Minimierung von Netzspannungen in den Lagefestpunkten des Liegenschaftskatasters angestrebt. Hierdurch soll eine direkte Koordinatenbestimmung mittels GNSS und dem amtlichen Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® ermöglicht werden.

Voraussetzungen: Zur Vorbereitung der landesweiten Überführung des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM wurden von den unteren Vermessungsbehörden und den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurinnen und -ingenieuren (ÖbVI) aktuell Passpunkte im zukünftigen Landeskoordinatensystem ETRS89/UTM bestimmt. Diese Passpunkte wurden durch die unteren Vermessungsbehörden gemarkungsweise im Rahmen von Diagnoseausgleichungen überprüft. Mit der gemarkungsweisen Vollzugserklärung wurde dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) gemeldet, dass genügend identische Punkte bestimmt wurden, dass die Passpunkte auf grobe Fehler überprüft wurden und dass durch die vorliegenden Passpunkte die bestehenden Netzspannungen zutreffend repräsentiert werden. Seit dem 06.12.2016 lagen für alle 93 Gemarkungen im Landkreis Calw Vollzugserklärungen vor.

Maßnahmen zur Umsetzungen: Zur Überführung der Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters auf das neue Bezugssystem ETRS89/UTM wird es voraussichtlich ab KW 52/2017 zu einem landesweiten Fortführungsstopp von mehreren Wochen kommen. Nach dem Überführungszeitpunkt sind Liegenschaftsvermessungen ausschließlich in ETRS89/UTM einzureichen. Die unteren Vermessungsbehörden stimmen individuell mit den in ihrem Dienstbezirk tätigen ÖbVI einen Annahmestopp für Vermessungsschriften ab. Damit alle beigebrachten Vermessungsschiften bis zum landesweiten Fortführungsstopp noch in der „Gauß-Krüger-Welt“ nach ALKIS übernommen werden können, wird für beigebrachte Vermessungsschriften der Annahmestopp auf den 10. November 2017 im Landkreis Calw festgelegt. Werden Vermessungsschriften erst nach dem Annahmestopp mängelfrei beigebracht, kann die Übernahme in das Liegenschaftskataster vor dem Fortführungsstopp nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache veranlasst werden. Vermessungsschriften sind ggf. von der beibringenden Stelle nach ETRS89/UTM zu überführen und neu einzureichen. Dies betrifft auch Rückgaben nach Prüfungsbeanstandungen im Gauß-Krüger-Koordinatensystem. Es wäre hilfreich, wenn größere Vermessungsschriften (Vermessung langgestreckter Anlagen, größere nicht einwandfreie Grenzfeststellungen, Baulandumlegungen nach BauGB u.a.) deutlich vor dem Annahmestopp eingereicht werden.

Wie wird das Liegenschaftskataster auf dem Laufenden gehalten?

Damit das Liegenschaftskataster immer die aktuellen Angaben zu einem Flurstück enthält, müssen sämtliche Änderungen an einem Flurstück erfasst und anschließend in das Liegenschaftskataster übernommen werden. Der Fachbegriff für die Laufendhaltung des Liegenschaftskatasters heißt "Fortführung". Die Erfassung der Änderungen erfolgt hauptsächlich durch Liegenschaftsvermessungen. Liegenschaftsvermessungen werden von Messtrupps der Unteren Vermessungsbehörden sowie durch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure (ÖbVI) durchgeführt.

Kontakt

Alexander Merkt
Vermessung
Vogteistraße 42-46
75365 Calw
Anfahrt
Telefon: 07051 160-867
Fax: 07051 795-515
E-Mail oder Kontaktformular
Andrea Gums
Vermessung
Vogteistr. 42-46
75365 Calw
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Telefon: 07051 160-882
Fax: 07051 795-882
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