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Stipendienprogramm für angehende Hausärzte

Landkreis Calw vergibt im Jahr 2019 drei weitere Hausarztstipendien

Im Jahr 2019 werden bis zu drei weitere Stipendien an Medizinstudierende vergeben, die beabsichtigen, künftig im Landkreis Calw als Hausarzt tätig zu werden.

Die Zuwendung beträgt 400 Euro pro Person und Monat.

Zudem werden die Stipendiaten während ihrer gesamten medizinischen Ausbildung durch erfahrene Praktiker begleitet und betreut.

Zielgruppe sind Medizinstudentinnen und -studenten im vorklinischen Semester, die

  • an einer deutschen Universität oder in einem Mitgliedsland der EU studieren und die
  • aus dem Landkreis Calw stammen oder einen engen Bezug zum Landkreis Calw haben (z.B. Lebenspartner aus dem Landkreis Calw).

Anträge können bis 22. Februar 2019 unter Verwendung eines Bewerbungsbogens beim Landrat des Landkreises Calw, Vogteistr. 42-46, 75365 Calw, Stichwort: Hausarztstipendium, gestellt werden.

Weitere Informationen sowie den Bewerbungsbogen finden Sie hier.
Die Auswahlgespräche mit den Bewerbern erfolgen im März 2019.


Hintergrundinformationen:

Hintergrund der Entscheidung ist die Bevölkerungsprognose für den Landkreis Calw. Danach wird die heutige Gesellschaft bis zum Jahr 2030 mehr als bisher altern. Der Anteil junger Menschen wird sinken. Damit nimmt auch die Zahl der Ärzte, und hier besonders der Hausärzte, ab. Gleichzeitig steigt durch das Älterwerden aber der Bedarf.

Bis 2022 werden aufgrund der Altersstruktur der Hausärzte 57 Ärzte, d.h. mehr als die Hälfte, einen Nachfolger brauchen, um die momentane Versorgungssituation beizubehalten.

Neben dem zunehmenden Durchschnittsalter beeinflussen weitere Faktoren die Ärzteversorgung. Seit 1991 hat sich der Anteil der Ärztinnen von etwa einem Drittel auf knapp die Hälfte erhöht. Von den Studienanfängerinnen sind über 60 % weiblich, Tendenz 70%. Ärztinnen bevorzugen Orte mit mehr als 5000 Einwohnern, mit allen Schulen am Ort und einer guten Kinderbetreuung. Sie bevorzugen Teilzeitarbeit und das Angestelltenverhältnis, sehr wenig Nacht- und Wochenenddienste und gute öffentliche Verkehrsmittel.

Auch männliche Ärzte erwarten heute andere Arbeitsbedingungen. 14 Stunden Tage mit anschließendem Nachtdienst sind kaum noch vermittelbar. Insgesamt schätzt eine Prognose der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dass pro bisheriger Arztstelle künftig 1,3 Ärztinnen/Ärzte nötig sein werden, um die Versorgung auf gleichbleibendem Niveau zu gewährleisten.
Dazu kommt, dass bis ca. 2050 eine um bis zu 15 Prozent vermehrte Nachfrage nach hausärztlichen Leistungen erwartet wird, bevor der demographische Wandel in dieser Hinsicht Entlastung bringt.
Das bundesweite Nachwuchsproblem besteht auch und gerade für den Kreis Calw als ländliche Region. Da kann ein Stipendium ein Baustein sein, um im regionalen Wettbewerb um die vorhandenen angehenden Hausärzte nicht an Boden zu verlieren.
Mittelfristig rechnet sich das für die Bürger. Diese Meinung wird vom Beirat der regionalen Gesundheitskonferenz im Kreis Calw geteilt.