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Landschaft Welle
05.12.2018

Drei LEADER-Projekte zur Förderung ausgewählt

Auswahlergebnis spiegelt Bandbreite von LEADER wider

NORDSCHWARZWALD. In der jüngsten Sitzung der LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald in Baiersbronn wurden drei Projekte zur Förderung ausgewählt: Eines aus dem Landkreis Calw und zwei Projekte aus dem Landkreis Freudenstadt. Zu den ausgewählten Projekten gehören, laut dem stellvertretenden Vorsitzenden, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, der Bau einer Kulturbühne in Neuweiler sowie zwei Projekte aus der Gemeinde Seewald: Die Einrichtung eines Seminarhauses in Schernbach und ein Showroom für Möbel aus wimmerwüchsiger Weißtanne. Diese Wuchsanomalie bei der Weißtanne führt normalerweise dazu, dass sie als Abfallprodukt aussortiert wird. Nun soll aber gerade dieses Holz zu besonderen und einzigartigen Möbeln speziell für den Außenbereich verarbeitet werden, wozu der Antragsteller eigens eine neue Firma gründet.

„Die Auswahl der Projekte macht die Bandbreite deutlich, die wir mit LEADER umsetzen möchten“, so Rückert weiter. „Uns ist es wichtig sowohl privat-gewerbliche Initiativen zu fördern mit denen Arbeitsplätze geschaffen und Produktinnovationen gefördert werden als auch gemeinwohlorientierte Maßnahmen wie z.B. die Projekte des Schwarzwaldvereins Neuweiler oder der Genossenschaft Sonnenwald in Schernbach, wo das soziale Miteinander sowie die Belebung und Stärkung der Orte im Vordergrund stehen“.

Welche Projekte schlussendlich zum Zug kommen hängt von der Projektbewertung jedes einzelnen Antrags ab. „Am Ende setzen sich die Projekte durch, die den größten Beitrag zur Umsetzung der für die LEADER-Region Nordschwarzwald formulierten Entwicklungsziele leisten“, erläutert die Geschäftsführerin der LEADER-Aktionsgruppe Dajana Greger.

Zu den Handlungsschwerpunkten von LEADER im Nordschwarzwald gehören u.a. die Förderung nachhaltiger Naturerlebnis- und Gesundheitsangebote im Tourismus, die Förderung der regionalen Holzbaukultur und der Einsatz von heimischem Holz insbesondere der Weißtanne sowie die Sicherung der Lebensqualität für Jung und Alt. 

Passend zum Thema „regionale Holzbaukultur“ und „Förderung der Weißtanne“ als Charakterbaum des Schwarzwaldes stand im Anschluss an die Sitzung eine Besichtigung des Christleshof in Baiersbronn auf dem Programm. Hausherr und Zimmermeister Ernst Schleh öffnete eigens zu diesem Anlass die Pforten seines Hofes, dessen ältester Teil 1634 errichtet wurde und den er 1993 erworben hat. Seitdem hat er den Hof mit viel Liebe und Sachverstand in traditioneller Bauweise renoviert und zu einem Wohnhaus umfunktioniert. So gab es für die Mitglieder der LEADER-Aktionsgruppe viel Wissenswertes zur Holzbaukultur im Nordschwarzwald aber auch über den Beruf des Zimmerers zu erfahren. Der Christleshof ist eines der ausgewählten Projekte, die auch im Handbuch „HOLZBAUKULTUR Nordschwarzwald“ beschrieben werden, einem LEADER-Kooperationsprojekt der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Nordschwarzwald, den beiden Landkreisen Calw und Freudenstadt sowie den beiden Pilotkommunen Bad Wildbad und Baiersbronn. Mit dem Handbuch soll für den Erhalt und die Weiterentwicklung der regionalen Holzbaukultur geworben werden. Die Veröffentlichung ist für Anfang nächsten Jahres geplant.