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Landschaft Welle
25.06.2020

Landkreis macht die außerschulische Jugendarbeit »coronafest«

Zeltlager in Corona-Zeiten – geht das? Schwierig, meint Kreisjugendreferent Wolfgang Borkenstein. Zwar sind die mit den Verordnungen des Landes ausgesprochenen Verbote inzwischen aufgehoben, die Hygieneregeln – insbesondere das Abstandsgebot von 1,50 Metern – müssen aber eingehalten werden. Das stellt die Träger solcher Projekte vor erhebliche Probleme: Es werden mehr Zelte und mehr Plätze bei der Anreise benötigt – höhere Kosten sind die zwangsläufige Folge.

Der Landkreis Calw unterstützt solche Maßnahmen schon fast 50 Jahre – landesweit beispielhaft, wie Wolfang Borkenstein in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Calwer Kreistags ausdrücklich betonte. Davon profitieren Jugendgruppen, Jugendverbände, Kirchengemeinden und Vereine, die solche Maßnahmen durchführen und natürlich die Kinder und Jugendlichen, die an ihnen teilnehmen.

„Wir erreichen damit Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten und verschiedenen Ethnien und ermöglichen so auch jungen Menschen, die in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, eine sinnvolle Freizeitgestaltung“, erläutert Landrat Helmut Riegger. „Doch nicht nur das – in den Angeboten steckt auch Bildungspotential. Hier werden Schlüsselqualifikationen erworben und es wird Verantwortung übernommen“, hebt der Kreischef hervor.

Nicht zuletzt deshalb taten sich Landrat und Jugendhilfeausschuss leicht, einem Wunsch des Evangelischen Jugendwerks zur Öffnung der Richtlinien in Richtung einer Corona-kompatiblen Herangehensweise zu entsprechen. Danach werden sowohl die Zuschüsse für Teilnehmende als auch jene für Betreuerinnen und Betreuer angehoben, um die Mehrkosten zumindest teilweise zu decken.

Um zeitliche Verzögerungen, die mit einer erneuten Befassung des Jugendhilfeausschusses verbunden wären zu vermeiden, wurde die Verwaltung kurzerhand beauftragt, in eigener Regie tätig zu werden. „Wir haben diese Steilvorlage gerne aufgenommen und innerhalb der zugesagten Woche geliefert. Jetzt können die Träger planen“, so Sozialdezernent Norbert Weiser.