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Landschaft Welle
03.06.2019

Zumeldung zur Vertragsunterzeichnung zwischen dem Zweckverband HHB und dem NABU

Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung zwischen dem Zweckverband HHB und dem NABU kann nun mit Hockdruck die Umsetzung des wichtigsten Infrastrukturprojekts des Landkreises Calw weitergeführt werden. Mit der Unterschrift des NABU-Vorsitzenden Johannes Enssle und dem Verbandsvorsitzenden Landrat Helmut Riegger unter das umfangreiche Vertragswerk geht auch die Rücknahme der Klage des NABU gegen den Neubautunnel zwischen Ostelsheim und Weil der Stadt sowie dem zweigleisigen Streckenausbau bei Ostelsheim einher. Für den Zweckverband bedeutet dies, dass in Bälde die Arbeiten für den neuen Tunnel ausgeschrieben werden können. Parallel wird mit Hangsicherungsmaßnahmen im östlichen Voreinschnitt des Tunnels „Forst“ begonnen, während die Arbeiten an den Widerlagern der Brücke Heumaden demnächst abgeschlossen sein werden.

„Jetzt stehen die Signale für die HHB auf grün“, freut sich Landrat Riegger. „Dass wir während des zweijährigen Moderationsprozesses nicht untätig waren, sondern die Zeit genutzt haben, um die Planungen zu vertiefen und für einzelne Abschnitte das Baurecht zu erlangen, zahlt sich jetzt aus“, so der zuversichtlich gestimmte Kreischef. Weiter stellt er klar: „Wir halten unverändert am 2015 vereinbarten Stufenkonzept fest, das in der ersten Stufe den Betrieb der HHB bis Renningen vorsieht.“ Sollten sich in einem nächsten Schritt Verbesserungen für die Fahrgäste von Calw nach Stuttgart ergeben, stehe der Landkreis dem grundsätzlich positiv gegenüber – vorausgesetzt die Machbarkeit ist untersucht und die Finanzierung gesichert.

Die HHB – deren Inbetriebnahme absehbar wird – ist nur ein Baustein im Masterplan von Landrat Helmut Riegger, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Landkreis Calw zukunftsfähig aufzustellen. Damit der ländliche Raum gegenüber den Ballungsräumen strukturell gesehen nicht das Nachsehen hat, ist unter der Regie des Kreischefs eine Breitbandinitiative ins Leben gerufen worden, die landesweit ihresgleichen sucht. Allein 20 Mio. Euro Fördermittel flossen in den vergangenen Jahren in den Landkreis Calw. Mit diesen Mitteln ist es dem Landkreis gelungen, ein kreisweites Glasfaser-Backbonenetz mit 400 km Länge aufzubauen und bereits erste Endkunden mit schnellstem Internet zu versorgen.

Auch der 2016 neu aufgelegte Nahverkehrsplan ist ein wichtiger Schritt in Sachen nachhaltiger Mobilität. In der finalen Umsetzung sieht das Konzept unter Einbeziehung von flexiblen Verkehrsangeboten einen flächendeckenden Stundentakt im gesamten Kreisgebiet vor.

Trotz einer künftig verbesserten Schienenanbindung und eines optimierten ÖPNV verliert Landrat Riegger die für den ländlichen Raum so wichtige Straßeninfrastruktur nicht aus dem Blick. Der Kreistag hat auf Vorschlag der Hausspitze vor vier Jahren einen Straßenentwicklungsplan verabschiedet, der eine sukzessive Verbesserung der Straßeninfrastruktur vorsieht. Damit sollen der Wohnbevölkerung, der Wirtschaft und dem Tourismus positive Impulse gegeben werden und er dient zugleich als Grundlage für die weitere Entwicklung eines funktionsgerechten und leistungsfähigen Straßennetzes im Landkreis Calw.

Ein weiterer Bestandteil des Masterplans ist die strategische Neuausrichtung der stationären medizinischen Versorgung. Das vom Kreistag beschlossene Medizinkonzept gewährleistet mit der Beibehaltung von zwei Klinikstandorten auch weiterhin einen wohnortnahen Ansatz. Während die Sanierung und Erweiterung des Nagolder Hauses schon begonnen hat, wird in Calw noch in diesem Jahr die äußere Erschließung des Neubaus auf dem Stammheimer Feld in Angriff genommen. Der dort angesiedelte Campus wird beispielgebend für die immer wichtiger werdende Verzahnung von stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung der Patienten sein.

Insofern kann Landrat Riegger bei seinen in der ersten Amtszeit angestoßenen Zukunftsprojekten Erfolg vermelden. Sie befinden sich alle in der Umsetzungsphase. „Es braucht zwar einen langen Atem, bis heutzutage große Infrastrukturprojekte realisiert werden können“, resümiert Riegger, „aber es hat sich gelohnt, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen immer wieder das Gespräch mit den Entscheidungsträgern auf Landes- und Bundesebene zu suchen.“