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Landschaft Welle
14.11.2016

»Qualitätszirkel Frühe Hilfen« zum Kinderschutz im Landkreis Calw

Fachtag zum Ausbau der Vernetzung zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe

 

Eine bessere Vernetzung zwischen Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe hatte ein kürzlich vom Fachdienst Frühe Hilfen organisierter Fachtag im Landratsamt Calw zum Thema. Gemeinsam mit Ärzten und Psychotherapeuten wurde erarbeitet, wie der „Qualitätszirkel Frühe Hilfen“ im Landkreis Calw ausgebaut werden kann. Ziel dieses Zirkels ist eine bessere Kooperation und Kommunikation zwischen Vertretern des Gesundheitswesens und dem Fachdienst Frühe Hilfen, um Familien mit Kindern im Alter von 0-3 Jahren bei Bedarf frühzeitig passgenaue Unterstützung anbieten zu können.

 

Sozialdezernent Norbert Weiser unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung der Vernetzung im Kinderschutz. Albrecht Frank, Leiter der Beratungs- und Präventionsdienste des Landkreises Calw, erläuterte die umzusetzenden rechtlichen Vorgaben im präventiven Kinderschutz. In diesen wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit eingefordert. „Es geht um Familien, deren Problemlagen ein Fachbereich allein oft nicht zufriedenstellend begegnen kann“, merkte Frank an. Nur die Kooperation ermögliche es, belastete Familien optimal zu unterstützen. 

 

Sigrun Häußermann, Koordinatorin Frühe Hilfen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), berichtete über die Historie, Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven der Qualitätszirkel Frühe Hilfen. In den letzten Jahren wurden in vielen Landkreisen – wie auch im Kreis Calw – solche Zirkel gegründet. Sie haben sich in der Zusammenarbeit als erfolgreiches Hilfsmittel erwiesen. „Ich möchte Sie dafür motivieren, den Qualitätszirkel im Landkreis Calw weiter auszubauen und noch mehr Ärzte und Therapeuten zu gewinnen“, so Häußermann.

 

Lisa Vetter vom Fachdienst Frühe Hilfen des Landkreises Calw stellte die Unterstützungsangebote des Fachdienstes vor.  Die Möglichkeiten reichen von der persönlichen Beratung bis hin zum längerfristigen Einsatz von Helfern in der Familie. „Die Angebote sind kostenlos und richten sich an alle Familien, unabhängig vom kulturellen und sozialen Hintergrund“, erklärte Vetter. Der Fachdienst startete 2012 mit einer Psychologin und wurde stetig erweitert. Inzwischen stehen dort zwei Psychologinnen, eine Familienhebamme, eine Sozialwirtin sowie Kindheitspädagogin zur Verfügung.

 

Abschließend berichtete Dr. Joachim Suder aus der praktischen Arbeit des Qualitätszirkels in Tübingen. Immer wenn ein Arzt das Gefühl habe, „eigentlich habe ich es ganz gut gemacht, aber irgendetwas stimmt doch da nicht“, seien dies Fälle, für die ein Qualitätszirkel hilfreich sein könne. Die aufgetauchten Fragen könnten in diesem Rahmen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

 

Der Fachtag kann nach Einschätzung der Veranstalter schon jetzt als ein Erfolg gesehen werden, da weitere persönliche Kontakte zwischen dem Gesundheitssystem und dem Fachdienst Frühe Hilfen geknüpft werden konnten. Bei Interesse und Fragen zu diesem Thema gibt Lisa Vetter vom Fachdienst Frühe Hilfen unter der Telefonnummer 07051 160-196 oder per E-Mail an Lisa.Vetter@kreis-calw.de Auskunft.