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Landschaft Welle
21.04.2017

31 neue Fachkräfte für Landwirtschaft erhalten Zeugnisse

Im Rahmen einer Feierstunde wurden kürzlich die Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs der Fachschule für Landwirtschaft Calw verabschiedet.

31 Schüler haben seit November 2015 im Rahmen der Fachschule erneut die Schulbank gedrückt, um neben ihrem Hauptberuf eine landwirtschaftliche Ausbildung zu machen. Nach zwei Schulwintern mit Unterricht an zwei Abenden je Woche und vierzehntäglich samstagvormittags sowie einem Schulsommer mit vielen Praxistagen auf landwirtschaftlichen Betrieben, haben alle Schüler die Prüfung erfolgreich abgelegt.

„Die Landwirtschaft im Nordschwarzwald ist orts- und heimatverbunden und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung einer attraktiven Landschaft sowie der Kultur und Stabilität im ländlichen Raum“, zollte Frank Wiehe als Erster Landesbeamter der Ausbildungsentscheidung der Absolventen Respekt. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit sei eine fortwährende Aus- und Weiterbildung sowie ein gutes Netzwerk von großer Bedeutung. Die Klassengemeinschaft könne dabei ein wichtiger Teil des Netzwerks sein, so Wiehe weiter.

Ulrich Roßwag vom Regierungspräsidium Karlsruhe gab den frischgebackenen Fachkräften für Landwirtschaft mit auf den Weg, dass sie sich mit ihrem erworbenen Fachwissen in die Gesellschaft einbringen und die Interessen der Landwirtschaft fundiert vertreten sollten. Auch Friedrich Großhans vom Kreisbauernverband gratulierte den Absolventen und wünschte ihnen auf Basis des nun erworbenen Wissens bei der Ausübung dieses schönen, aber anspruchsvollen Berufs viel Erfolg.

Wie Schulleiter Peter Schäfer hervorhob, nimmt neben den klassischen Fächern wie Pflanzenbau und Tierhaltung, welche um Umwelt- und Tierschutzaspekte erweitert sind, vor allem die Betriebswirtschaft eine zentrale Stellung in der Ausbildung ein. Denn nur bei guter Kenntnis der ökonomischen Parameter könne ein Betriebsleiter nachhaltig und dauerhaft wirtschaften – dies gelte auch bei Nebenerwerbsbetrieben. Daher hätten sich die Schüler im Rahmen einer Seminararbeit mit der Organisation und Entwicklung des eigenen landwirtschaftlichen Betriebs auseinandergesetzt.

Auch die im Laufe der letzten Jahre immer umfangreicher gewordenen Regelungen für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wurden vermittelt. „Recht in der Landwirtschaft“ sei zwar anfangs kein beliebtes Thema bei den Schülern gewesen, sie hätten aber schnell die Relevanz dieses Unterrichtsfachs erkannt. Ebenso habe es sich auch bei den Antragsverfahren verhalten, die einen immer größeren Raum einnehmen. Und im Fach „Agrarpolitik“ seien regelmäßig lebhafte Diskussionen entbrannt. „Der zu bewältigende Stoff war also überaus umfangreich“, zog Schäfer als Fazit.

Ihre Abschlusszeugnisse und Urkunden erhielten die 31 Absolventen von Frank Wiehe, Ulrich Roßwag und Peter Schäfer. Als Jahrgangsbeste wurden Johanna Kempf, Tim Huß und Carolin Waidelich für ihre herausragenden Leistungen mit einem Preis belohnt. Zwölf Teilnehmer wollen im Sommer die weitergehende Prüfung zum Berufsabschluss Landwirt ablegen.

Zum Ausklang der Feierstunde berichteten die Schülersprecher Johanna Kempf und Tim Hamann über die erlebnisreiche Schulzeit in Nagold und bedankten sich im Namen der Schüler bei allen Lehrern für den interessanten und engagierten Unterricht. Ebenfalls wurde der Einführungslehrgang an der Bauernschule Wernau zu Beginn der Fachschule als gute und wichtige Teambuilding-Maßnahme für die Klassengemeinschaft hervorgehoben.

Die Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamts Calw beabsichtigt einen 14. Kurs durchzuführen, welcher im November 2017 beginnen und im Frühjahr 2019 enden wird. Unter www.kreis-calw.de finden sich auf der Landkreishomepage im Bereich „Landwirtschaft“ weitere Informationen zur Fachschule. Interessenten an dieser Ausbildung können sich unter Telefon 07051 160-963 an Bernd Rothfuß wenden oder per Mail an 24.info@kreis-calw.de Kontakt aufnehmen.

Hintergrundinfo:
Die heutige Fachschule für Landwirtschaft ist im Zusammenhang mit den Überlegungen zum Entwicklungskonzept Ländlicher Raum entstanden und startete im Landkreis Calw 1991 mit dem ersten Jahrgang. Grundlage war, dass viele ältere Nebenerwerbslandwirte noch eine landwirtschaftliche Ausbildung durchlaufen hatten und erst im Zuge des Strukturwandels einen außerlandwirtschaftlichen Beruf ergriffen hatten. Jüngere Hofnachfolger bewirtschafteten die Betriebe jedoch vielfach ohne jegliche Ausbildung und nur auf der Basis des in der Praxis Erlernten. Demzufolge steht die Produktionstechnik im ersten Schulwinter im Vordergrund. Nach den praxisorientierten Aktivitäten im Sommerhalbjahr erfolgt dann die Ausbildung in speziellen Produktionsverfahren. Ein Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Fach „Unternehmensführung“, also der Vermittlung von Wissen und Instrumenten zur erfolgreichen Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Das Schulangebot stößt seit Bestehen der Schule auf ein großes Interesse – Schülerinnen und Schüler aus sieben angrenzenden Landkreisen nehmen am Unterricht teil. Insgesamt haben in den 13 Jahrgängen 342 Schülerinnen und Schüler die Fachschule besucht. Nach der Prüfung zur „Fachkraft für Landwirtschaft“ haben bisher 158 Teilnehmer zusätzlich auch noch den Berufsabschluss „Landwirt“ erworben.