Bildungs-Kooperation auf Netzwerktreffen in Nagold bekräftigt
„Innovation ist ein Modewort“, diese provokative These stellte Professor Dr. Ulrich Steger beim ersten Netzwerktreffen „Digitale Innovation“ am Donnerstag, 29. September 2016, auf. Der ehemalige hessische Wirtschaftsminister und VW-Vorstand diskutierte auf Einladung der Hochschule Pforzheim, der Stadt Nagold und des Landkreises Calw im Kubus mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, ob Innovationen planbar sind. Die drei Partner bekräftigten vor den über 80 Teilnehmern des Netzwerktreffens ihre Bereitschaft, langfristig zusammenzuarbeiten und weitere akademische Angebote im Kreis aufzubauen.
„Bildung ist ein Schlüsselbegriff für die künftige Entwicklung“, erklärte Landrat Helmut Riegger bei der Unterzeichnung der Kooperation. Mit den Begriffen Industrie 4.0, Vernetzung und Digitalisierung seien große Herausforderungen verbunden, die nicht nur einzelne Produktionsprozesse, sondern ganze Unternehmen beträfen. „Lebenslanges Lernen ist kein politischer Begriff, sondern eine dringende Notwendigkeit, für das persönliche Fortkommen und die Entwicklung der Unternehmen“, stellte auch Professor Dr. Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim, fest.
Mit der Intention, den Unternehmen des Landkreises Calw eine passgenaue akademische Weiterbildung anzubieten, arbeiten der Landkreis Calw, die Stadt Nagold und die Hochschule Pforzheim eng zusammen. „Die Unternehmen haben hier vor Ort ein Angebot, das sie mitgestalten können und das Fach- und Führungskräften ihrer Unternehmen offen steht “, betonte Jürgen Großmann, Oberbürgermeister Nagold. Das berufsbegleitende Programm ermöglicht die Weiterbildung mit einem akademischen Abschluss vor Ort in Nagold. Im September 2016 starteten die ersten onlinebasierten Module, die mit zwei Präsenzphasen in Nagold verbunden sind. Die drei Partner unterzeichneten beim Netzwerktreffen eine Vereinbarung, mit der die Kooperation gefestigt und weiter ausgebaut wird. In einem Beirat, dem neben den Partnern auch Unternehmensvertreter des Landkreises angehören werden, wird die künftige Ausrichtung des Angebotes abgestimmt.
Ideen, die auf Teilen statt Besitzen basieren, stellen die bisherigen Produktionsabläufe in Frage und zwingen zum Umdenken – diese Meinungen vertraten die Teilnehmer des ersten Netzwerktreffens in der Diskussion. Was dies bedeute zeige das alternative „Taximodell“ Uber. Uber ist erst sieben Jahre am Markt, aber bereits weltweit der größte Anbieter von Fahrdienstleistungen – ohne ein eigenes Auto zu besitzen. Wie stellen sich etablierte Unternehmen auf diese Veränderung ein? Der Ruf nach Neuem, nach revolutionären Ideen – eben nach Innovationen wird in der Wirtschaft und der Politik lauter. Ulrich Steger warnte aber davor, heute jede Veränderung gleich als innovativ zu „verkauft“. Wirkliche Neuerungen benötigten Zeit zu reifen und oft einen „langen Atem“. „Innovation“ dürfe nicht zu einem „Lable“ verkommen, so die einhellige Meinung.
Das Netzwerktreffen beendete die erste Präsenzphase des neuen Weiterbildungsprogramms. „Wir verbinden mit diesem Format Teilnehmer, Unternehmer und Interessierte aus allen Bereichen“, erklärte Professorin Dr. Katja Rade. Die Prorektorin der Hochschule leitet das Weiterbildungsprogramm und begrüßte zum Thema Innovation nicht nur Redner, sondern auch zwei beeindruckende Roboter. „Innovation muss erlebbar sein und einen begeistern“, so die Professorin.
Zum Weiterbildungsprogramm:
Prorektorin Prof. Dr. Katja Rade, Leiterin des Weiterbildungsinstituts an der Hochschule Pforzheim, katja.rade@hs-pforzheim.de
Kontakt:
Sabine Laartz, Leiterin der Pressestelle der Hochschule Pforzheim,
07231 28–6005, pressestelle@hs-pforzheim.de
Sophie Schumann, Kreisentwicklung, Landratsamt Calw, 07051 160-187, sophie.schumann@kreis-calw.de
Carmen Hensler, Wirtschaftsförderin, Stadt Nagold, 07452 681-149, carmen.hensler@nagold.de
