Direkt zu:
Landschaft Welle
08.10.2025

Endspurt auf dem Weg zum Berufsabschluss

Zwölf angehende Landwirtinnen und Landwirte stellten in Seewald-Hochdorf ihr Können unter Beweis

Kürzlich fanden in Seewald-Hochdorf (Landkreis Freudenstadt) auf dem Betrieb der Familie Schaible die diesjährigen praktischen Abschlussprüfungen im Beruf Landwirtin/Landwirt statt. Insgesamt stellten sich zwölf Prüflinge den anspruchsvollen Aufgaben, die im Rahmen der Abschlussprüfungen zu bewältigen waren. Eine mehr oder weniger deutlich spürbare Nervosität lag in der Luft, als die Prüfungstage mit der Begrüßung durch Claudia Heinze, Ausbildungsberaterin des Landkreises Calw, eröffnet wurden. Zwei Stunden und 15 Minuten dauerte die praktische Prüfung im Bereich Tierhaltung, anschließend ging es noch einmal so lange in die Prüfung für den Pflanzenbau.

Um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, müssen Auszubildende eine anerkannte Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert haben. In der Regel dauert diese drei Jahre und findet im dualen System statt – also im Wechsel zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.

Bereits bei der Prüfungsanmeldung legen die Auszubildenden ihre Betriebszweige (z.B. Milchviehhaltung, Getreidebau, etc.) fest.  Dementsprechend werden am Prüfungstag die Aufgaben ausgewählt. Die genaue Themenkombination wurde erst zu Beginn der Prüfung bekannt gegeben. Es war jeweils eine Aufgabe aus dem Bereich Pflanzenbau sowie eine aus dem Bereich Tierhaltung zu absolvieren. Der Pflanzenbau umfasste die Themen Getreide- sowie Maisanbau, während die Tierhaltung in die Bereiche Rinderaufzucht, -mast und Milchviehhaltung unterteilt war.

Praktische Aufgaben wie das Anbringen von Ohrmarken, das Tränken der Kälber sowie das fach-gerechte Verladen von Tieren gehörten zum Prüfungsinhalt im Bereich der Rinderaufzucht. Im Pflanzenbau wurde neben fahrerischem Geschick insbesondere auf die korrekte Auswahl und Einstellung der Geräte sowie die Beurteilung der zu bearbeitenden Böden geachtet.

Jeweils drei Prüfer bewerteten neben der praktischen Ausführung auch das theoretische Fachwissen. Gefragt war unter anderem Wissen zur Beurteilung der Futtermittelqualität sowie zur korrekten Berechnung von Futterrationen. Ebenso wurden Kenntnisse in der Beurteilung von Pflanzenbeständen, der Funktionsweise der eingesetzten Geräte sowie zu Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität im Maisanbau abgefragt.

„Die Abschlussprüfung ist anspruchsvoll, aber mit Engagement und Fachwissen gut zu bewältigen“, so Ausbildungsberaterin Claudia Heinze. „Wer mit Herzblut dabei ist, hat beste Chancen, in diesem vielseitigen Beruf erfolgreich zu sein.“  Die Landwirtschaft biete jungen Menschen nicht nur eine Tätigkeit mit Zukunft, sondern auch die Möglichkeit, Tradition, moderne Technik und Verantwortung für Natur und Tiere zu verbinden. Gut ausgebildete Fachkräfte seien gefragter denn je – denn auch in der Landwirtschaft wächst der Bedarf an qualifiziertem Personal stetig.