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Landschaft Welle
01.06.2017

Familienbesucher Fortbildung mit dem Verein Schatten und Licht

Verein Schatten & Licht e.V. zu Gast bei Fachdienst Frühe Hilfen des Landratsamtes Calw

Am 22.05.2017 informierte Frau Anke Hänßler vom Verein Schatten & Licht e.V. die ehrenamtlichen Familienbesucherinnen und Familienpatinnen über das Thema „Postpartale Depression“

Weitaus mehr Frauen als allgemein angenommen stürzen rund um die Geburt ihres Kindes in eine seelische Krise. Experten schätzen, dass etwa 10 – 15 % der Frauen im ersten Jahr nach der Geburt an einer ernstzunehmenden Depression erkranken.

 

Noch immer ist das Thema Depression nach der Geburt ein Tabuthema, da ein Kind zu bekommen etwas Schönes und Glückliches sein muss. Die betroffenen Frauen geraten in starke Selbstzweifel und Schuldgefühle. Die Irrwege von Arzt zu Arzt bis die Erkrankung richtig diagnostiziert ist, sind extrem schwer zu bewältigen. Die Frauen ziehen sich stark zurück, versuchen ihren Zustand zu verbergen und trotz tiefster Verzweiflung die Fassade der glücklichen Mutter zu bewahren.

 

Der Fachdienst Frühe Hilfen des Landratsamtes Calw nimmt sich diesem Thema an, da immer wieder Mütter bzw. Angehörige sich melden und um Unterstützung bitten. „Die Kooperation mit dem Verein Schatten und Licht e.V. ist für uns eine große Bereicherung. Hier sitzen Fachleute, die uns als Fachdienst, aber auch Betroffene und deren Angehörige sehr unterstützen. Gemeinsam kann so eine Aufklärung in der Öffentlichkeit stattfinden, die wir für immens wichtig erachten.“ so Albrecht Frank, Leiter der Beratungs- und Präventionsdienst des Landratsamtes Calw.

 

Anke Hänßler, selbst Betroffene und Mitglied des Vereins, konnte in ihrem Vortrag ein genaues Bild der Erkrankung aufzeigen. Sie stellte Ursachen, Symptome und Möglichkeiten der Selbsthilfe dar und erläuterte Möglichkeiten zur „Vorbeugung“ bei einer erneuten Schwangerschaft. Ebenfalls stellte sie die Arbeit des Vereins Schatten & Licht e.V. vor und berichtete von ihren Erfahrungen in der telefonischen Beratung und der von ihr gegründete Selbsthilfegruppe. „Die Wochenbettdepression ist kein persönliches Versagen und kein Zeichen dafür, dass man eine schlechte Mutter ist oder man sein Kind nicht genügend liebt! Es ist eine Krankheit, die behandelt werden muss. Ich rate jeder Frau sich Hilfe zu holen, in ihrem eigenen und im Interesse ihres Kindes!“ appellierte Anke Hänßler zum Ende ihres Vortrags.

 

Bei Fragen und Beratungsbedarf können Sie sich gerne an den Fachdienst Frühe Hilfen des Landratsamtes, Netzwerkkoordinatorin Nicole Bühler unter der Rufnummer 07051 / 160-194 bzw. E-Mail: nicole.buehler@kreis-calw.de wenden.

 

Auch die Internetseite des Vereins www.schatten-und-licht.de bzw. die telefonische Beratung unter 07161 / 389801 kann Betroffenen, Angehörigen und Interessierten viele Informationen und Unterstützungsangebote aufzeigen.

 

Flyer des Vereins Schatten und Licht