Familienbesucher in allen Kreiskommunen etabliert
Mit dem Hinzukommen der Gemeinden Haiterbach und Dobel besteht seit Januar in allen Städten und Gemeinden des Landkreises das freiwillige Angebot von Familienbesuchern. Durch sie werden die neuen Erdenbürger in der jeweiligen Kommune willkommen geheißen und Familien in der ersten Zeit mit einem Säugling frühzeitig informiert und unterstützt.
„Die Familienbesucher sind ein wahrer Schatz vor Ort. Jede einzelne Kommune kann sehr stolz auf die hochmotivierten Ehrenamtlichen sein!“, hob nun Albrecht Frank, Leiter der Beratungs- und Präventionsdienste des Calwer Landratsamts, im Rahmen des alljährlichen Koordinatorentreffens der Familienbesucher hervor.
Für junge Familien sei die erste Zeit mit einem Säugling eine schöne und aufregende Phase in ihrem Leben, aber auch eine neue Herausforderung. Viele frischgebackene Eltern fühlten sich verunsichert oder überfordert. „Entwickelt sich mein Kind richtig?“, „Mache ich auch nichts falsch?“, „Welche Angebote für Säuglinge und Kleinkinder gibt es in meiner Kommune?“, „Wo finde ich Kontakt zu anderen Eltern?“ oder „An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich sehr erschöpft fühle?“ seien Frank zufolge nur einige der Fragen, mit denen sie sich anfangs konfrontiert sähen. Umso erfreulicher sei es daher, dass nun jungen Familien im gesamten Landkreis so früh wie möglich die Chance geboten werde, sich mit Hilfe der Familienbesuche in der jeweiligen Kommune zu verwurzeln und Unterstützungsangebote für ihre Kinder zu finden.
Wie Frank informierte, konnten allein im vergangenen Jahr 1215 Familien durch die Familienbesuche erreicht und über entsprechende Angebote informiert werden.
Hintergrund:
Im Jahr 2008 bewarben sich die Gemeinden Althengstett und Simmozheim mit Unterstützung des Calwer Landratsamts um eine Aufnahme in das Pilotprojekt „Familienbesucher im Kontext der Frühen Hilfen“ bei der Kinderlandstiftung Baden-Württemberg. Sie wurden ausgewählt, nahmen an der Pilotphase teil und starteten im Jahr 2009 mit den Familienbesuchen. Da hieraus sehr positive Erfahrungen gewonnen werden konnten, wurde noch unter Landrat Hans-Werner Köblitz beschlossen, dieses Projekt landkreisweit zu installieren und die teilnehmenden Kommunen mit einer Anschubfinanzierung im ersten Jahr zu unterstützen. Unter der Leitung von Sozialdezernent Norbert Weiser übernahmen die späteren Mitarbeiter des Fachdienstes Frühe Hilfen die Qualifizierung und Koordination des Projekts.
Nachdem seit Januar 2017 die Gemeinden Haiterbach und Dobel dazu gestoßen sind, werden in allen 25 Kreiskommunen durch 105 ehrenamtliche Familienbesucher erfolgreich frischgebackene Familien begrüßt.
Mit einem Schreiben der Kommune, das jede Familie mit einem neugeborenen Kind erhält, wird das neue Gemeindemitglied begrüßt und ein Willkommens- und Informationsbesuch angeboten. Bei diesem erhält die Familie viele Informationen über Kleinkindangebote oder Anlaufstellen der verschiedensten Bereiche.
Familienbesucher werden von der Ehrenamts- und Netzwerkoordinatorin Nicole Bühler des Fachdienstes Frühe Hilfen im Calwer Landratsamt durch eine Erstqualifizierung auf ihre Aufgabe vorbereitet, erhalten die Möglichkeit an Fortbildungen teilzunehmen und werden während ihrer Tätigkeit in allen wichtigen Fragen begleitet.
