Gesundheits- und Pflegekonferenz im Landkreis Calw: Ein Erfolgsmodell für die regionale Gesundheitsversorgung
Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 spielt die Kommunale Gesundheitskonferenz Calw eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung und -förderung im Landkreis Calw. Als regionales Steuerungsgremium ist die Kommunale Gesundheitskonferenz für die Umsetzung der Gesundheitsstrategie des Landes Baden-Württemberg auf kommunaler Ebene zuständig. Dabei gilt es lokale Bedarfe zu analysieren und daraufhin gezielte, nachhaltige Maßnahmen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Mitglieder der Konferenz arbeiten eng zusammen, um die Gesundheitsversorgung, Prävention und Pflege in der Region zukunftsfähig zu gestalten.
Vielfältige Mitglieder und Strukturen
Die Kommunale Gesundheitskonferenz Calw setzt sich aus einem interdisziplinären Akteurskreis zusammen, die in den Bereichen Prävention, medizinische und pflegerische Versorgung, Rehabilitation sowie Sozialwesen tätig sind. Im Jahr 2020 wurde die Pflegekonferenz als fester Bestandteil des Arbeitskreises „Pflegerische Versorgung – aktives Altern“ in die Gesundheitskonferenz integriert und es kam zur Entstehung der Kommunalen Gesundheits- und Pflegekonferenz Calw (KGPK). Diese Erweiterung war eine notwendige Reaktion auf den steigenden Pflegebedarf und die Herausforderungen des demografischen Wandels, die zunehmend auch in der Region spürbar wurden.
Um die vielfältigen Aufgaben und Themen strukturiert anzugehen, wurde die Kommunale Gesundheitskonferenz, neben dem Beirat als Steuerungsgremium, in drei verschiedene Arbeitskreise unterteilt: „Medizinische Versorgung“, „Pflegerische Versorgung – Aktives Altern“ sowie in den Arbeitskreis „Rehabilitation und Prävention“.
Ein klarer Fokus auf die Zukunft
Ein zentrales Ziel der Konferenz ist die enge Vernetzung und Koordination der verschiedenen Institutionen und Akteure, um eine nachhaltige und ganzheitliche Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises zu gewährleisten. Durch die die Sicherstellung einer umfassenden medizinischen und pflegerischen Versorgung und die gezielte Förderung von Prävention wird die Lebensqualität kontinuierlich verbessert. Zudem trägt die Konferenz dazu bei, den Landkreis als attraktiven Standort für Mediziner, Pflegekräfte und Fachkräfte im Gesundheitswesen zu stärken.
Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis Calw
Ein zentrales Thema der Gesundheitskonferenz ist die Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in der Zukunft im Landkreis. Angesichts des Ärztemangels, insbesondere in ländlichen Regionen, wurde bereits frühzeitig die Notwendigkeit erkannt und langfristige Lösungen im Kreis entwickelt. Daher wurden verschiedene zukunftsweisende Projekte ins Leben gerufen, um die ärztliche Versorgung zu sichern und den Fachkräftenachwuchs zu fördern.
Ein zentraler Ansatz dieser Bemühungen ist das Stipendiatenprogramm für Medizinstudierende, welches seit 2015 angeboten wird. Dieses Programm verfolgt das Ziel, insbesondere die kinderärztliche und hausärztliche Versorgung im Landkreis zu sichern. Das Stipendium bietet sowohl finanzielle als auch fachliche Unterstützung und schafft Anreize für Studierende, die eine enge Bindung zum Landkreis besitzen. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, nach Abschluss ihres Studiums im Bereich der Kinder- oder Hausarztmedizin im Landkreis tätig zu werden. Darüber hinaus ist der Landkreis Calw seit einigen Jahren Modelregion im Projekt „Regionen für Ärztliche Ausbildung“ der Universität Tübingen. Diese Kooperation bietet Medizinstudierenden praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten direkt vor Ort. Das Ziel dieser Initiative ist es, Studierende frühzeitig an die ländliche Medizin heranzuführen und sie für eine spätere Niederlassung oder Anstellung in der Region zu gewinnen.
Eine weitere Maßnahme angesichts des zunehmenden Ärztemangels und der alternden Ärzteschaft im Landkreis Calw, insbesondere im Bereich der Hausarztversorgung, ist der Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin. Diesen haben der Landkreis Calw, der Klinikverbund Südwest, die Bezirksärztekammer Nordbaden, die Universitätsklinik Tübingen sowie sieben hausärztliche Praxen aus der Region ins Leben gerufen. Dieser Verbund setzt sich für junge Ärztinnen und Ärzte ein und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre gesamte Weiterbildung in der Allgemeinmedizin – sowohl ambulant als auch stationär – direkt im Landkreis zu absolvieren. Darüber hinaus möchte man erreichen, dass die Zulassung zur Facharztprüfung in Allgemeinmedizin innerhalb von fünf Jahren absolviert werden kann. Dies wird durch ein qualitativ hochwertiges abgestimmtes Curriculum Allgemeinmedizin gewährleistet.
Ein weiteres wichtiges Instrument zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis ist die Mednos eG, an welcher der Landkreis Calw beteiligt ist. Diese Genossenschaft betreibt mittlerweile mehrere Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in der Region, unter anderem in Calw, Ostelsheim, Schömberg, Bad Teinach-Zavelstein und Wildberg. MVZs zielen auf eine Verbesserung der medizinischen Versorgung vor Ort ab und sollen dazu beitragen die Versorgungslücken in ländlichen Gebieten zu schließen.
