Jahreshauptversammlung des Vereins für landwirtschaftliche Fortbildung
Herzlichen Glückwunsch an dreizehn junge Landwirtinnen und Landwirte im Landkreis Calw für ihren erfolgreichen Berufsabschluss
Die Mitglieder des VLF freuten sich mit den dreizehn jungen Landwirtinnen und Landwirten im Landkreis Calw über ihren erfolgreichen Berufsabschluss und applaudierten kräftig bei der Überreichung eines kleinen Präsentes durch den Vorsitzenden des VLF, Thomas Schill. Er zollte den Absolventinnen und Absolventen großen Respekt zum erreichten Abschluss. Der Beruf erfordert Mut und Risikobereitschaft, sofort flexibel auf kurzfristige Änderungen zu reagieren und geregelte Arbeitszeiten sind die große Ausnahme. Dennoch können sich viele Landwirtinnen und Landwirte keinen besseren Beruf vorstellen, was das große Interesse am Berufsabschluss und die erfreulicherweise wieder ordentlich angestiegene Anzahl an Absolventinnen und Absolventen zeigt.
Vorsitzender Thomas Schill animierte die jungen Landwirtinnen und Landwirte sich in die gesellschaftliche und agrarpolitische Diskussion mit einzubringen. Ihre Meinung ist wichtig, Sie gestalten die Landwirtschaft von morgen. Er bedankte sich auch bei den Ausbildungsbetrieben, den Prüfern und der Ausbildungsberaterin Claudia Heinze von der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz. Ohne deren Einsatz wäre keine Prüfung und somit auch kein Berufsabschluss als Landwirtin oder Landwirt möglich.
In einem kleinen Rückblick auf die Wetter- und Marktsituation im vergangenen Jahr zeigte Herr Schill auf, wie volatil die Märkte sind. Nach zunächst guten Preisen vor allem bei Milch und Fleisch, fielen die Preise für Milch und Getreide nach der Ernte wieder rasant. Ein solch wechselhaftes Marktgeschehen und zudem nicht einschätzbare Anforderungen aus der Politik macht es den Erzeugern zunehmend schwer z.B. Investitionen zu kalkulieren.
In ihrem Vortrag „Leben und leben lassen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb“ ging die Referentin Katrin Schabel – von der Landwirtschaftlichen Familienberatung im ev. Bauernwerk in Württemberg e.V. – genau auf diese vielen Herausforderungen ein. Zuvor stellte sie den Teilnehmenden etwas provokant und humorvoll die Frage: Wo erleben Sie es denn trotz allem als Privileg auf dem Hof zu leben und zu arbeiten? Da fiel den Teilnehmenden, trotz der vielen Herausforderungen, doch einiges ein: Ich kann mein Unternehmen gestalten, habe mein Auskommen und freue mich, wenn ich den Betrieb an meine Kinder übergeben kann, so wie ich den Betrieb von meinen Eltern erhielt. Die Arbeit auf dem Hof hat Sinn, man sieht was geschafft worden ist – und – auch als Altenteiler bin ich noch mit im Geschehen.
Wichtig ist, sich selbst und die Familie dabei nicht aus dem Blick zu verlieren und Überlastungen frühzeitig zu erkennen. Katrin Schabel sammelt mit der Gruppe Symptome, die durch zu viel Stress entstehen, wie z.B. Grippe, Schweißausbrüche oder Magenschmerzen. Sie rät, diese Symptome wahrzunehmen, realistische Entscheidungen zu treffen und das Augenmerk darauf zu legen, was guttut – sowohl im Betrieb als auch im sozialen Umfeld.
Eine gute Methode sei, die Flughöhe zur erhöhen und die eigene Situation von außen anzuschauen. Der/Dem ein oder anderen gab sie noch weitere kleine Gedankenanstöße mit wie auch das gemeinsame Arbeiten auf dem Betrieb leichter werden kann. Durch ausgedrückte Wertschätzung, wie beispielsweise mit einem kleinen „Danke“ zeigt man, dass man sich wahrnimmt. Ein anderer Tipp: Einfach mal was außerhalb vom Betrieb machen, mal rauskommen und merken, dass man entbehrlich ist. Und ganz wichtig: Manchen fällt es schwer, um Hilfe zu fragen. Schließlich macht man sich dann abhängig. Aber Katrin Schabel ermutigt: Um Hilfe fragen, das kann man ruhig mal machen, egal ob bei Freunden und Nachbarn oder auch bei professionellen Beratungsstellen wie den landwirtschaftlichen Familienberatungen.
VLF-Geschäftsführerin Dagmar Hämmerle skizzierte das Geschehen im abgelaufenen Vereinsjahr und informierte über „Aktuelles aus der Landwirtschaftsverwaltung“. Herr Schill verabschiedete Hämmerle in den Ruhestand, bedankte sich für Ihren Einsatz und die Unterstützung und überreichte als Anerkennung einen Geschenkkorb. Frau Hämmerle zollte dem Vorsitzenden Thomas Schill sowie der gesamten Vorstandschaft großen Respekt für ihr Engagement. Dass Veranstaltungen wie diese stattfinden können, ist deren Engagement zu verdanken – und natürlich all den VLF-Mitgliedern, die durch ihre rege Teilnahme immer wieder zeigen, wie wichtig ihnen dieser Austausch ist.
Hinweis auf die Familienberatungen in Baden-Württemberg
