Lehrfahrt mit landwirtschaftlichen und touristischen Schwerpunkten
Zusätzliche Einkommensstandbeine leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe. Deshalb organisierten die Landwirtschaftsämter der Landkreise Calw und Freudenstadt kürzlich eine ganztägige Lehrfahrt für Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarkter landwirtschaftlicher Produkte und Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe, die sich über zusätzliche Einkommensalternativen informieren wollten.
Die Reise führte mit 48 Personen zu vier Betrieben in den Landkreisen Heilbronn und Ludwigsburg. Der erste Zwischenstopp wurde in Heilbronn-Sontheim im Hofcafé von Diana und Hermann Kurz eingelegt. Neben der Bewirtschaftung von Weinbergen hat sich die Familie mit einem Hofcafé sowie drei Gästezimmern und einer Ferienwohnung ein zusätzliches Standbein geschaffen. Die Wohnungen werden aufgrund der attraktiven Lage nahe Heilbronn insbesondere von Messebesuchern gerne gebucht. Das Hofcafé ergänzt das Angebot und steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Zudem kann am Wochenende dort zu Kaffee und Kuchen eingekehrt werden.
Danach ging es weiter zum Betrieb der Familie Sick in Brackenheim. Bereits vor 20 Jahren begann die Familie mit dem Angebot eines Maislabyrinths. Zehn Jahre später ergänzte sie das Angebot um „Wengerter-Golf“. Auf einer Wiese wurden 18 Stationen eingerichtet, an denen sich die Spieler während dem Spiel über die verschiedenen Arbeiten im Weinbau informieren können. Gespielt wird mit einer alten Weinrebe und einem Tennisball. Ein Jahr nach Beginn des Wengerter-Golfs eröffnete die Familie zur Ergänzung ein Hofcafé, das samstags und sonntags nach dem Spiel zu Kaffee und Kuchen einlädt.
Das Mittagessen genoss die Reisegruppe bei Familie Scheuler in Löchgau, wo sie von Elke Scheuler über die Entstehung und Entwicklung des Betriebs informiert wurde. Aufbauen auf den Schwerpunkten des Spargel- und Erdbeeranbaus hat die Familie den Betrieb stetig weiterentwickelt und 2013 einen Hofladen mit Hofcafé inklusive über 180 Sitzplätzen gebaut. Während der Besenzeit gibt es warme Essen; einmal im Monat wird Brunch angeboten. Im Hofladen verkauft die Familie ihre eigenen Produkte, Backwaren aus eigener Produktion sowie ein umfangreiches Zukaufssortiment.
Als weiteres Ziel besichtigte die Ausflugsgruppe den Milchbauernhof Dobler in Ludwigsburg-Pflugfelden. Der Milchviehbetrieb erzeugt bereits seit den 1950er-Jahren Vorzugsmilch, verarbeitet die komplette Milch beispielsweise zu Joghurt und Butter und vermarktet die Produkte direkt. Der Hauptteil der Erzeugnisse wird über den Lieferdienst des Betriebs an Privatkunden vermarktet. Zusätzlich werden Gastronomen und Wiederverkäufer beliefert. Nach einer Verkostung der umfangreichen Warenpalette trat die Gruppe, bereichert durch die vielen Eindrücke, am Spätnachmittag die Heimreise an.
