Direkt zu:
Landschaft Welle
22.09.2025

Staatssekretärin Dr. Ute Leidig besucht neu sanierte Frauenhilfe-Einrichtung im Landkreis Calw

Zum Auftakt ihrer Sommertour besuchte Staatssekretärin Dr. Ute Leidig vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg gemeinsam mit der Referentin für Recht, Miriam Jordan, das neu sanierte Frauenhaus im Landkreis Calw.

Der Besuch unterstreicht die Bedeutung, die die Landesregierung dem Schutz für Frauen und ihren Kindern vor häuslicher Gewalt durch Partner oder Ex-Partner zuschreibt. Zudem wird die Rolle des Vereins „Frauen helfen Frauen e.V.“ als Träger des Frauen- und Kinderschutzhauses im ländlichen Raum gewürdigt.

Die Staatssekretärin weiß, dass alle drei Minuten eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt erlebt. Frauen- und Kinderschutzhäuser wie im Kreis Calw sind eine erste Anlaufstelle für Betroffene und bieten ihnen Schutz und Unterstützung.

Das Frauenhaus im Landkreis Calw verfügt über zwanzig Plätze für Frauen und ihre Kinder. Die Sanierung wurde Großteils durch Bundesmittel aus dem Bundesförderprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finan[1]ziert sowie durch eine ergänzende Förderung von rund einer Million Euro durch das Land Baden-Württemberg bezuschusst. So konnte die Aufnahmefähigkeit des Frauenhauses deutlich verbessert werden.

Zentraler Bestandteil der Neuheiten ist ein großes Familienzimmer, das einer Mutter mit mehreren Kindern ausreichend Platz bietet. Zusätzlich wurden ein barrierearmer Zugang, ein rollstuhlgerechtes Badezimmer sowie großzügige Wohnflächen geschaffen, um den Bedürfnissen von Frauen oder Kindern mit Gehbehinderungen gerecht zu werden.

Im Verlauf des Besuchs erläuterten Vertreterinnen des Vereins die aktuellen Anforderungen an den Schutzraum, die Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene sowie die Bedeutung von zeitnaher Hilfe und Verlässlichkeit der Angebote. Die Staatssekretärin lobte die gute Vernetzung von Kommunen, Trägern und Land sowie die nachhaltige Nutzung der Fördermittel zur Stärkung des Frauen- und Kinderschutzes in der Region.

„Wir haben die Chance ergriffen, endlich allen Frauen Schutz anzubieten und Gewaltkreisläufe nachhaltig zu durchbrechen. Damit wir Frauen und ihre Kinder vor Gewalt schützen können, braucht es ein Haus, das diesem Auftrag gerecht wird. Die Mitarbeitenden im Frauenhaus Calw haben in den vergangenen Jahren der langen Bauzeit eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Verantwortung des Gewaltschutzes sehr ernst nehmen und dies ihre Richtschnur ist“, so Staatssekretärin Dr. Ute Leidig.

Das geschäftsführende Team des Frauenhauses freute sich besonders, dass der Sozialdezernent des Landkreises Calw, Tobias Haußmann, ebenfalls vor Ort war und die umgebauten Räumlichkeiten in Augenschein nehmen konnte. Der Termin machte es möglich, dem Ministerium die Problematik der Frauenhausfinanzierung von Seiten des Vereins und des Sozialdezernats darzustellen. Staatssekretärin Dr. Ute Leidig zeigte sich betroffen und sagte zu, das Problem, dass die Kostenerstattung der Frauenhausaufenthalte durch die Herkunftskreise häufig sehr zeitverzögert erfolgt, im Auge zu behalten. Nur dank der sehr guten Kooperation des Landkreises mit dem Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ gelingt der Erhalt des Frauenhauses Calw.

Mit Blick auf das im Februar 2025 verabschiedete Gewalthilfegesetz betonte Staatssekretärin Dr. Leidig die Bedeutung von inklusiven, barrierearmen Strukturen und unterstrich die Bereitschaft des Ministeriums, die Arbeit der Frauenhäuser und den dringend erforderlichen Ausbau der Frauenhausplätze in Baden-Württemberg weiterhin zu unterstützen.